Premieren
Bertolt Brecht: "Flüchtlingsgespräche"
Foto: Christoph Pfeiffer
Schlage keinen Nagel in die Wand
Wirf den Rock auf den Stuhl.
Warum vorsorgen für vier Tage?
Du kehrst morgen zurück.
Lass den kleinen Baum ohne Wasser.
Wozu noch einen Baum pflanzen?
Bevor er so hoch wie eine Stufe ist
Gehst du froh weg von hier.
Zieh die Mütze ins Gesicht, wenn Leute vorbeigehn!
Wozu in einer fremden Grammatik blättern?
Die Nachricht, die dich heimruft
Ist in bekannter Sprache geschrieben.
So wie der Kalk vom Gebälk blättert –
(tue nichts dagegen!) -
Wird der Zaun der Gewalt zermorschen
Der an der Grenze aufgerichtet ist
Gegen die Gerechtigkeit.
Sieh den Nagel in der Wand, den du eingeschlagen hast:
Wann, glaubst Du, wirst du zurückkehren?
Willst du wissen, was du im Innersten glaubst?
Tag um Tag
Arbeitest du an der Befreiung.
Sitzend in der Kammer schreibst du.
Willst du wissen, was du von deiner Arbeit hältst?
Sieh den kleinen Kastanienbaum im Eck des Hofes
Zu dem du die Kanne voll Wasser schlepptest!
DAS BIER IST KEIN BIER WAS DADURCH AUSGEGLICHEN WIRD DASS DIE ZIGARREN KEINE ZIGARREN SIND. ICH NEHM AN DASS DER KAFFEE AUCH KEIN KAFFEE IST. ABER DER PASS MUSS EIN PASS SEIN DASS SIE EINEN IN DAS LAND HINEINLASSEN..........
DIE PATHOLOGIE
DAS THEATER UNTER DEM PATHOS
Weberstraße 43 53113 Bonn
Kartentelefon: 0228/222358
„FLÜCHTLINGSGESPRÄCHE“
von
BERTOLT BRECHT
Mit Guido Grollmann und Enne Schütz. Inszenierung: Christoph Pfeiffer.
Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray

Das Bildnis des Dorian Gray (Originaltitel: The Picture of Dorian Gray) ist der einzige Roman des irischen Schriftstellers Oscar Wilde. Eine erste Fassung erschien 1890 in Lippincott’s Monthly Magazine aus Philadelphia, 1891 wurde bei dem Londoner Verlag Ward, Lock and Co. die heute bekannte, überarbeitete und erweiterte Fassung in Buchform veröffentlicht.[1] Der seinerzeit als anrüchig geltende Roman war auch Gegenstand des Unzuchtprozesses gegen Wilde.
Die Hauptfigur, der reiche und schöne Dorian Gray, besitzt ein Porträt, das statt seiner altert und in das sich die Spuren seiner Sünden einschreiben. Während Gray immer maßloser und grausamer wird, bleibt sein Äußeres dennoch jung und makellos schön.
Der Roman gilt als Oscar Wildes Prosahauptwerk. Themen sind die Moralität von Sinnlichkeit und Hedonismus im Viktorianismus, die Dekadenz der englischen Oberschicht und der Ästhetizismus – eine literarische Strömung des Fin de siècle. Die Handlung sowie die eingearbeiteten Kunstbemerkungen lassen sich als Proklamation des Ästhetizismus lesen, doch ebenso als dessen Kritik.
mit: Julian Baboi, Sven Djurovic und Tobias Novo
Inszenierung: Aydin Isik
PREMIERE: 24. November 2011
Stefan Zweig: Brief einer Unbekannten
Als Du kamst, war ich dreizehn Jahre

Die Geschichte beginnt mit der Schilderung eines Schriftstellers, der nach einem Bergurlaub in seine Heimatstadt Wien zurückkehrt. Als ihn in seinem Zuhause die Post der vergangenen Tage gereicht wird, ist darunter auch ein schweres Couvert ohne Absender: Darin ist ein Brief, in dem eine unbekannte Frau ihr Leben schildert, das von der unerwiderten Liebe zu dem Schriftsteller bestimmt ist.
Als dreizehnjähriges, einsames Mädchen verliebt sie sich unsterblich in den Lesenden, der mit ihr im gleichen Mietshaus lebt. Die Liebe dauert an, selbst als das Mädchen mit seiner Mutter von Wien nach Innsbruck übersiedelt. Als das Mädchen dann mit 18 Jahren wieder nach Wien zieht, sucht sie Tag für Tag das Haus des Schriftstellers auf um ihn zu beobachten, bis er sie schließlich anspricht. Dieser kann sich jedoch nicht an sie erinnern, scheint jedoch Interesse an ihr zu zeigen und lädt sie zum Essen ein. Als er das Mädchen danach noch zu sich nach Hause bittet, verbringen sie die Nacht zusammen. Dies wiederholt sich noch zwei weitere Male, bis der Schriftsteller auf eine Reise aufbricht und sich nach seiner Rückkehr nicht mehr weiter nach ihr erkundigt. Doch aus diesen drei zusammen verbrachten Nächten entstammt ein gemeinsames Kind, das die mittlerweile zur Frau Gewordene alleine großzieht. Um dem Sohn das Leben zu ermöglichen, das sie sich für ihn wünscht, verdient sie sich ihr Geld als eine Art Konkubine und hat verschiedene Beziehungen zu Männern der Wiener Oberschicht, die sie bezahlen. Einige Jahre später lernt sie ihren Geliebten abermals in einem Nachtlokal kennen. Dieser hat schon von ihren Diensten gehört und bittet um eine Nacht gegen Geld. Sie willigt ein in der Hoffnung, dass er sie wiedererkennt, verlässt jedoch verärgert und enttäuscht seine Wohnung am nächsten Morgen, als sie keinerlei Spuren von Erinnerung bei ihm findet. Als ihr Kind an einer Grippe stirbt, verfasst sie einen Brief an den Schriftsteller, in dem sie ihm ihre Geschichte schildert. Sie deutet zum Schluss des Briefes an, ebenfalls von dieser Erkrankung, die bereits den gemeinsamen Sohn forderte, befallen zu sein.
Der Schriftsteller versucht später, überwältigt vom Inhalt des Briefes, die verschiedenen Begegnungen mit der Frau zu rekonstruieren, kann sich jedoch nur bruchstückhaft ("wie in einem Traum") erinnern
Mit: Anne Scherliess
Regie und Fassung: Maren Pfeiffer
PREMIERE am: 18. April 2012

„Nun ist der Winter da. Wie eine Wolke
Von weißen Schmetterlingen sank der Schnee
Ganz lautlos auf die harte, kühle Erde…“
Eine glühweinselige Schlittenfahrt durch die
verschneite Literatur, durch Winterfreuden,
Schönheiten aber auch Tücken:
„Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,
auf dass er sich ein Opfer fasse -
und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt ‚Pitschü!’
und hat ihn drauf bis Montag früh.“
Szenische Lesung mit
Maren Pfeiffer und Christoph Pfeiffer
Premiere: Samstag, 3. Dezember 2011
Weiter am Sonntag, 4. und Samstag, 17. 12.
SCHÖN IST HÄSSLICH, HÄSSLICH SCHÖN
Das Ehepaar Macbeth hat überlebt.
Besiegt, geschlagen, wahnsinnig
im Kerker von Schloss Dunsinan
rekapitulieren sie ihre Verbrechen,
ihr Scheitern. Der Lady Selbstmord
und der Tod des Lords durch Macduffs
Schwert sind Wünsche nur,
aufs Innigste zu träumen…
„MAC&BETH”
nach
Shakespeare/Schiller
Premiere am Aschermittwoch
22. Februar 2012
Konzept und Regie:
Christoph Pfeiffer
Mit:
Maren Pfeiffer
und
Guido Grollmann
Du bist meine Mutter - von Joop Admiraal

ICH BIN DEIN SOHN
Wien im Juli 2002. Brütende Hitze.
Vor drei Tagen ist mein Vater ins Spital. Bypass legen.
Vor zwei Tagen hab ich telefoniert. Mit meiner Mutter.
Sie kann sich kaum verständlich machen. Sie kennt sich nicht aus.
Die Hausmeisterin kann ihr nicht helfen. Die hat zuwenig Zeit.
Gestern bin ich geflogen. Noch am Abend war ich beim Vater im Spital.
Jetzt steh ich in der Küche und koche. Für meine Mutter und für mich.
Sie fragt nicht nach ihm. Ich erzähl es ihr trotzdem.
Es interessiert sie nicht.
Ich steh am Gasherd mit nacktem Oberkörper. Ich rühr das Gulasch um.
Sie beobachtet mich. Wieso bist Du so dick?
Ich bin nicht dick, ich hab einen Bierbauch. Und den hab ich seit zwanzig Jahren.
Seit neunzig Jahren? Sie spricht nicht wirklich. Sie wackelt einzelne Silben an.
Wenn sie ihr nicht gelingen lässt sie sie weg. Die Vokale fehlen fast ganz.
Es ist wie Kreuzworträtsel. Was kochst Du?
Dein Rindsgulasch mit Semmelnknödeln.
Sie freut sich.
Das hat Dein Vater, der Feinspitz, immer mit Filet gemacht.
Filet ist falsch. Filet wird trocken. Und nicht mein Vater: Dein Vater, Mutter.
Sie beobachtet mich.
Weißt noch, wie unser Kindermädel, die Lisi, in der untersten Schublade
von unserer großen Wäschekommode hat schlafen müssen?
Nein Mutter.
Weißt Du das nimmer?
Nein Mutter, das kann ich nicht wissen. Das war vor meiner Zeit.
Aber sie hat uns doch zusammen ins Bett gebracht.
Ja, Mutter: Dich und die Finni.
Sie beobachtet mich.
Wieso bist Du so dick? Du warst doch immer so mager. Ein Räucherhering,
hat der Vater immer gesagt. Weil Du soviel rauchst.
Mutter, ich bin nicht die Finni. Auch wenn ich genauso viel rauch wie die Finni.
Dann rauch nicht soviel, Finni.
Mutter, die Finni ist seit 20 Jahren tot.
Die Finni?
Weißt es nimmer, vor den Zug Freiburg–Basel, wir haben sie zusammen beerdigt.
Auf dem schönen Waldfriedhof oben im Schwarzwald. Die Finni, Deine Schwester!
Ja, die Finni.
Sie beobachtet mich.
Aber wer bist denn dann Du?
Meine Mutter, die Schauspielerin Luise Prasser, ist im Januar 2009 in einem
Wiener Caritasheim im Alter von 90 Jahren im Endzustand Ihrer Demenz gestorben.
Sie ist bis 1999 auf der Bühne gestanden. Unter der Regie von Horst Zankl, Klaus Emmerich,
Peter Eschberg und David Mouchtar-Samorai am Residenztheater München,
am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Schauspiel Frankfurt, am Schauspiel Köln
und am Schauspiel Bonn.
Christoph Pfeiffer. Bonn im Dezember 2010.
Nach
„NIPPLEJESUS“
von Nick Hornby – was zum Teufel ist Kunst?
und
„JOHN BARLEYCORN, Memoiren eines Trinkers “
von Jack London – wie besoffen kann man sein?
lassen wir Christoph Pfeiffer und Guido Grollmann
auf das nächste kontroverse Thema los:
Wie buchstabieren wir Demenz?
„DU BIST MEINE MUTTER“
von JOOP ADMIRAAL
PREMIERE:
ASCHERMITTWOCH, 9, MÄRZ 2011.
Inszenierung: Christoph Pfeiffer
Es spielt: Guido Grollmann
Aufführungsrechte:
LITAG-Theaterverlag
München.
ZGbF - Zu Gast bei Freunden - Politisches Kabarett mit Aydin Isik

Scharfe, spitzzüngige und unverschämte Auseinandersetzung mit den politschen Ereignissen dieses Jahres. Dazu lädt er drei aberwitzige Gäste in sein Programm: Schardul aus Pakistan, Kenan aus Kreuzberg und den zukünftigen türkischen Bundeskanzler."Ayd?n I??k, geborenes Migrantenkind, integriert was das Zeug hält, ein großer Fan von Thilo Sarrazin und Guido Westerwelle, hat Angst.
Angst um die Zukunft Deutschlands, um unseren Wohlstand, um unsere Kinder, die immer mehr aussehen wie Kaya Yanar und nicht wie Mario Barth.
Er öffnet auf der Bühne dem Publikum sein Herz, redet über seine Depression, die ihn immer wieder heimsucht, wenn er sich mit politischen Begebenheiten des Landes beschäftigt und betet für den Erhalt unserer Marktwirtschaft.
Zudem hat er drei Mitbürger eingeladen, die Musterbeispiele für „gelungene“ und „misslungene“ Integration sind.”Sie werden an diesem Abend Wahrheiten erfahren, über die Sie am Ende des Abends sagen werden; hätte ich lieber nicht gewusst!”
http://www.youtube.com/watch?v=GCH_VyfAj7g
Peter Turrini: "Die Eröffnung" von und mit Aydin Isik
Ein Mann, ganz allein auf der Bühne. Ein Mann, der die Sinnlosigkeit des Lebens und das Chaos des Daseins nicht ertragen kann. Und er flüchtet ins Theater;
„Das Theater ist der einzige Ort, das Leben zu überleben
.“In diesem Ein-Mann-Stück von Turrini wird die Lebensunfähigkeit eines Mannes mit all ihren Tiefen und Höhen dargestellt. Mal lacht man herzlich über die Hilflosigkeit des Protagonisten, mal kommen einem die Tränen hoch. Der Mann arbeitet, wird erfolgreich, verliebt sich, trennt sich von seiner Frau, später will er sie wieder zurück haben, aus Todesangst wird er ein Buddhist, dann doch ein Atheist, und am Ende will er nicht sterben, wie wir alle.
Ein Wechselbad der Gefühle in einem rasanten Tempo.
Presse:
„... Isik bleibt die ganze Zeit sehr präsent, schafft es, das zugegeben etwas kranke Selbst des Schauspielers zu verkörpern, der sich nach einer Ausdruckstänzerin verzehrt, sie aber dann wegen ihrem angeblich vergrößerten Hinterteil wieder verläßt - und sie kurz darauf wieder tödlich vermisst. Eine verwirrte Seele, die Isik voller Überzeugung, aber auch einem Schuß Ironie in seinem Spiel wunderbar entwickelt hat.
...Es ist die erste Produktion von "Freies Internationales Ensemble", erst seit Mai Teil der Kölner Theaterszene. Aydin Isik und Ivana Langmajer wagen sich als Regieduo an einen heiteren Turrini-Monolog, der ihnen in der Inszenierung gut gelingt - Schauspieler Isik sei dank.“
HANRIETTE WESTPHAL (AKT 13 / OKTOBER 2010)
Beuchleins Bittere Beichte - Ein Schelmenstück mit Sensemann von Peter Brandt
Der Schauspieler Thomas Franke spielt diesen Historienmonolog im Theater „Die Pathologie“
in der Regie von Martin Schnick
Tiefes Mittelalter. Balduin Beuchlein ist Uhrenbauer im Berufe, weswegen ihn die Oberen einer Stadt engagieren, um ihre Turmuhr zu reparieren, die seit fünfzig Jahren nicht mehr läuft. Angeblich liegt ein Fluch auf ihr, seit von den schönen Aposteln und Figuren, von denen stündlich einer aus der Tür unter der Uhr erscheint, der Tod herunterstürzte und den Bischof während eines Gebets auf der Straße vor der Kirche erschlug. Der gegenwärtige Bischof sagte sich an, weswegen Uhr und Laufwerk des Sensenmannes nun in Ordnung gebracht werden sollen. Während Beuchlein sich daran zu schaffen macht, entwickelt er eine Beziehung zu dieser Figur, meint, den Gevatter wahrhaftig vor sich zu haben, und während er ihm sein Leben beichtet, das Leben eines Säufers, Mordbuben, Betrügers aber auch das eines Schelms, versucht er, diesem wenigstens noch fünfzig Jahre Leben abzuhandeln. Schließlich habe er ihn zum Freund und ihm so manche Seele zugeführt, - so Beuchleins Begründung. Aber als er einen Metzger bestehlen will, beißt ihn dessen Rottweiler…
Mit diesem mittelalterlichen Schelmenstück wird der Schauspieler Thomas Franke wieder einmal unter der Regie von Martin Schnick, mit dem er schon den von Martin Rubin verfassten Theatertext „Störwerk – ein Monolog für einen Shakespearekönig unter einer Nebenwirkung“, „Ein junger Mann in Eile“ von Eugene Labiche, „Professor Przeprzyborschtschuschkr oder Zahlen lügen nicht“ und andere Theaterstücke erarbeitete, einen derben, nur vorsichtig zu begegnenden Rüpel spielen.
"Herzeit - Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan"

Herausgegeben und kommentiert von Bertrand Badiou, Hans Höller, Andrea Stoll und Barbara Wiedemann. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden bedeutendsten deutschsprachigen Dichtern nach 1945 beginnt im Wien der Nachkriegszeit. Bachmann studiert dort Philosophie, für Paul Celan ist Wien eine Zwischenstation. Im Mai 1948 lernen sie einander kennen, Ende Juni geht er nach Paris. Ihr Briefwechsel nach der Trennung ist zuerst schütter, verläuft zögernd, dann setzt er sich fort in immer neuen dramatischen Phasen. Jede dieser Phasen hat ihr eigenes Gesicht: ihren besonderen Ton, ihre Themen, ihre Hoffnungen, ihre Dynamik, ihre eigene Form des Schweigens. Ende 1961 brechen das briefliche Gespräch und die persönlichen Begegnungen ab, als sich Celans psychische Krise auf dem Höhepunkt der "Goll-Affäre" zuspitzt.
Eine szenische Lesung mit Helga Bakowski und Martin-Maria Vogel
© by Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main. Alle Rechte vorbehalten
"Damals im Garten Eden, aus den Tagebüchern von Adam und Eva und Satan “ von Mark Twain

Auf diesen Augenzeugenbericht hat die Welt schon lange gewartet: Wie war das eigentlich damals im Paradies, als Adam sich eines Tages in Gesellschaft von Eva wiederfand? Wie verbrachten die beiden ihre Tage, und wie kam es zum Sündenfall? Zum Glück konnten sie schreiben, und ihre Tagebücher gelangten erfreulicherweise in die Hände von Mark Twain. Abwechselnd kommen die beiden Protagonisten zu Wort und beschreiben ihr Leben zu zweit, wobei klar wird, warum Adam und Eva als Prototypen von Mann und Frau in die Geschichte eingegangen sind: Wo Adam seine Ruhe haben will, sucht Eva Gesellschaft und braucht jemanden zum Plaudern. Während Adam seine Umwelt nüchtern zur Kenntnis nimmt, ist Eva von allem entzückt, gibt Tieren und Pflanzen spontan Namen und hätte gerne einen Brontosaurus als Haustier. Jede Menge Ärger und Mißverständisse sind zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Menschen vorprogrammiert, und der Leser darf sich immer wieder schmunzelnd auf die zweite Version freuen.
Eine szenische Lesung mit Maren Pfeiffer und Christoph Pfeiffer
© by S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main. Alle Rechte vorbehalten
"Koxkox und Kikequetzel“ von Christoph Martin Wieland

(Foto: Thomas Dreier)
Die Novelle "Koxkox und Kikequetzel" findet man in den beiden Bänden der "Beyträge zur geheimen Geschichte des menschlichen Verstandes und Herzens. Aus den Archiven der Natur gezogen" von Christoph Martin Wieland, verlegt 1770 von Weidmanns Erben und Reich in Leipzig, und zwar im Verein mit weiteren Abhandlungen, die sich alle mit Jean-Jacques Rousseaus Ansichten über die früheste Menschheitsgeschichte auseinandersetzen. Der Text illustriert Wielands gegensätzliche Position zu Russeaus Theorien, die damals in Europa großes Aufsehen erregten.
"Vor undenklichen Jahren kam nach einer alten Mexikanischen Sage ein großer KOMET...", der auf dem südamerikanischen Kontinent eine große Flut auslöste, der nur wenige Menschen entkamen. Die glücklich- unglücklichen Liebenden Koxkox und Kikequetzel waren nicht die Einzigen. Und so erzählt die Novelle, Russeaus Theorien parodierend und also damit sehr aktuell, daß die Zerstörung einer Liebes- und Familienidylle nicht den besonderen, einmaligen Umständen der Geschichte entspringt, sondern früher oder später zwangsläufig durch hunderte andere zufällige Begebenheiten sich entwickelt. Daß in einem gesellschaftlichen Zustand, der endzeitlichen Pessimismus provoziert, der den Menschen wie auch immer motivierte Heilsversprechen aufdrängt und der eine stupide, nur technologisch-kommerziell orientierte Inhumanität zum Schicksal postuliert, diese Frage noch drängender als vor 240 Jahren ist, wird wohl niemand bestreiten?
Eine sezenische Lesung mit inga Eickmann und Thomas Franke
„CONTRACTIONS/NACHWEHEN“
von Mike Bartlett
Emma in love: Emma verliebt sich. In einen Kollegen. Und sie
ist erfolgreich in ihrem Beruf: sie hat eine leitende Position in einem weltweit
agierenden Unternehmen inne und hohe Verkaufszahlen. Doch Gefühle für
einen Arbeitskollegen verstossen gegen die Unternehmensregeln.
Die Firma kümmert sich um jeden Mitarbeiter: die Managerin
bittet Emma immer wieder zu Gesprächen, scheinbar harmlose Small Talks
die Emma immer erbarmungsloser in eine ausweglose Situation bringen.
Ein Spionagethriller mit britischem Humor gewürzt. Die aktuelle Unternehmensphilosophie
auf die Spitze getrieben: ein Entweder-Oder-Spiel, Job oder Liebe, privates
Glück oder Geld.
mit Helga Bakowski und Maren Pfeiffer
Regie: Uli Harz
Mit Dank an: Goldschmiede Weingarz
© by S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main. Alle
Rechte vorbehalten

MAN HAT MIR GESAGT, IHRE FRAU SEI SAUBER UND BEHERZT.Ein Stück absurdes Theater über die Dominanz der einsamen Mme. Lemarchand, den devoten Franck und seine Frau, die unsichtbare Zofe Hilda. Regie: Christoph Pfeiffer. Mit Maren Pfeiffer und Aydin Isik. Marie NDiaye, geboren 1967 in der Nähe von Orléans als Tochter einer Französin und eines Senegalesen, Autorin mehrerer Romane – „Drei starke Frauen“, Gallimard 2009/Suhrkamp 2010 – und Theaterstücke – „Hilda“, UA: Theatre de l’Atelier, Paris 2002/ DE: Bayerisches Staatsschauspiel München 2003, ausgezeichnet u. a. mit dem Prix Goncourt 2009, beschäftigt sich in ihren Werken vornehmlich mit Herrschaft und Unterdrückung auf privater und politischer Ebene, zwischen den Geschlechtern und den Völkern. Seit Sarkozy an der Macht ist, lebt sie mit ihrer Familie in Berlin. UND SIE SOLL HILDA HEISSEN. STIMMT ES, DASS SIE HILDA HEISST?
Es spielen: Maren Pfeiffer und Aydin Isik
Regie: Christoph Pfeiffer
© by S. Merlin Verlag, Andreas Meyer Verlags GmbH & Co KG, Vastorf bei Lüneburg. Alle Rechte vorbehalten
„Die Marquise von O.“ nach Heinrich von Kleist
„Eine Dame von vortrefflichem Ruf […] bekannt machen [ließ], dass sie, ohne ihr Wissen, in andere Umstände gekommen sei, dass der Vater […] sich melden solle; und dass sie […] entschlossen wäre, ihn zu heiraten.“
Eine Spezialität des Theaters Die Pathologie ist, Romane und Novellen
für die Bühne zu entdecken. In dieser Spielzeit wenden wir uns Heinrich
von Kleists 1808 erschienenen berühmten Erzählung zu. In ihrem Zentrum
steht die Titelfigur zwischen scheinbar verlässlicher Konvention und innerer
Zerissenheit.
In den Wirren eines Krieges vergewaltigt und schwanger geworden, geht sie ihren
eigenen Weg, um dem Druck von Familie und Gesellschaft Stand zu halten. Mittels
Annonce sucht sie ihren Vergewaltiger, um ihn zu heiraten.
Moralische Begriffe werden von den Handelnden, je nach eigenem Schwerpunkt,
in Frage gestellt, neu definiert und wieder umgeworfen.
Es spielen: Mirka Flögl, Anna Hilgedieck und Karin Kroemer
Regie: Aydin Isik
„Das Hohelied“
nach Motiven von Tenessee Williams „Outcry, or The-Two-Character Play“
"Meine
Schwester, liebe Braut, du bist ein verschlossener Garten” Das Hohelied
Salomons, 4:12
Die Bühne ist eine Bühne. Eine Frau, ein Mann: ein hochverschuldetes
Geschwisterpaar, beide Schauspieler, in Liebe und Hass miteinander verbunden.
Im Ödland. Ihr Ensemble hat gekündigt. So meistern sie die Abendvorstellung
zu zweit, ein Stück, so häufig von Ihnen gespielt, dass ihr Leben
zum Spiel und ihr Spiel zum Leben wird. Ein russisches Roulette. Ist die tödliche
Kugel Illusion oder Wirklichkeit?
Ein Stück innerhalb eines Stücks, eine Trugbildwelt, in der die Geschwister wie ihre eigenen Wiedergänger auftreten und abgehen.
"Notwendige Dinge sind manchmal unmöglich. - Und unmögliche Dinge sind manchmal notwendig. Wir spielen heute abend."
Ihr Stück im Stück versuchen die Schauspieler Felice und Claire ebenso verzweifelt am Laufen zu halten, wie ihre isolierte Lebensform. In bester Tennessee-Williams-Manier wird das Geschwisterpaar durch die Hölle eines im Trauma gebundenen Lebens gehetzt. Die Inszenierung von Maren Pfeiffer zeigt nicht nur die psychischen Grenzsituationen, sondern auch den Krimi hinter dem Drama. Was ist wirklich passiert?
Mit Karin Krömer und Johannes Prill
Regie: Maren Pfeiffer
"Professor Przeprzybortschschuschkr oder Zahlen lügen
nicht"
Monolog nach Motiven einer Erzählung von John Phönix. Bühnenfassung
von Martin Schnick.
Die Sensation ist perfekt: Professor Przeprzyborschtschuschkr, Begründer der Phrenologie, gastiert in Bonn und bietet einem zahlungskräftigen Publikum seine Dienste an. Diese Chance lässt sich der Sprachforscher Leopoldo nicht entgehen. Kann man von der Schädelform auf den Charakter eines Menschen schließen? Begeistert lässt er seinen Schädel und seine moralischen und geistigen Fähigkeiten vermessen. Dabei macht er eine geniale Entdeckung: Wie sich der Ungenauigkeit der Alltagssprache den Gar aus machen lässt. Er entwickelt eine „Weltgrammatik“ und stellt diese umgehend seiner Nachbarin vor. Doch Vivian Schmidt findet seine Anregungen zu einer Sprachreform eher, na ja…s
Spießig, spritzig, spitzfindig – erleben Sie Thomas Franke in einer vertrackten Sommerkomödie von absurden Ausmaßen.
Regie: Martin Schnick
Rückschau: Für den Monolog „Störwerk“
unter der Regie von Martin Schnick erhielt Thomas Franke auf den New York Fringe
Festival den Darstellerpreis „New York Fringe Award for best male Performance“.
"Das geheime Tagebuch der Carla Bruni" von Silke Burmester

Foto: Holger
Gruss
Seit ihrer Hochzeit mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ist das Leben von Sängerin und Ex-Model Carla Bruni nicht mehr so, wie es mal war. Wem kann die Première Dame noch vertrauen? Nur ihrem geheimen Tagebuch. Ein satirischer Bericht aus dem bewegten Leben der Carla Bruni-Sarkozy und zugleich die komischste Liebesgeschichte der Jahres von der taz-Kolumnistin Silke Burmester mit Aurélie Thépaut in einer Inszenierung von Maren Pfeiffer.
Silke Burmester. Das geheime Tagebuch der Carla Bruni.
© 2008 by Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln.
Alle Rechte vorbehalten
URAUFFÜHRUNG ZUM BEETHOVENFEST 2011
„BLUMEN DES BÖSEN“ von STEFAN GEORGE
Stefan Georges Aristokratismus und seine elitäre Arroganz machen den Zugang zu seinem Werk nicht eben leicht. So ist einer der größten deutschen Dichter des zwanzigsten Jahrhunderts zu Unrecht fast vergessen. Das Melodram, als durchkomponierte Form, die den Text musikalisch trägt und durchdringt, soll den sprachlich gewalten Lebensekel und die in Stein gemeißelte Melancholie wieder zum Blühen bringen.
Umdichtungen nach Charles Baudelaire
EIN MELODRAM
Komposition & Violine: Konstantin Gockel.
Konzept & Vortrag: Christoph Pfeiffer.
Weiter am: Donnerstag 15., Freitag 16.,
Mittwoch 21., Donnerstag 22. September.
"Komm
Mädchen, lass dich stopfen - Liebesgedichte von Bert Brecht
B.B.
gilt zugleich als der größte Politiker wie auch als der exessivste
Erotiker der deutschen Literatur. Engel werden in Toreingängen verführt.
So intensiv die Liebe unterm Pflaumenbaum auch war, so schnell wurde sie verdaut.
Und wer war Marie A.?
Eine szenische Lesung mit Maren Pfeiffer und Christoph Pfeiffer
© by Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main. Alle Rechte vorbehalten
"Seiten-Sprung - Franke intertextualisiert klassische Bestseller"
Am Sonntag, den 20. November 2011, um 20:00 Uhr, im Theater „Die Pathologie“, trage ich unter dem unendlich langen Titel "MEISTER KRABAT MUTTER KRÖTE - Von einigen Urahnen des Zauberlehrlings Harry Potter.
Abrakadabra, dreimal schwarzer Kater, verzaubert sei mein Vater.
Mäusedreck und Krötenspeck, hol’ ihn von der Arbeit weg.
Krokodilsträne und Gänseklein, er soll ein reicher Bänker sein."
Ich werde mich in Philosophien über Zauberer aus Sagen, Märchen und Überlieferungen und historische Zauberer, also Personen, die von vielen als echte Zauberer betrachtet wurden bzw. werden ergehen. Letztere sind z. B. Johann Georg Faust, Grigorij Rasputin und Erik Jan Hanussen, erstere die griechische Göttin Kirke, der sorbische Zauberer Krabat oder auch der keltische Merlin, der dem Königshof des Artus diente. Also berichte ich aus der „Odyssee“ über das Zusammentreffen des Odysseus mit Kirke, über die Hexe Mère Antoinette aus Clark Ashton Smiths (1893 – 1961) Erzählung „Mutter Kröte“, daüber, was von Krabat und Fausten überliefert wurde, und über so manchen anderen Magier.
Lesung in der Reihe „SEITEN-SPRUNG – FRANKE INTERTEXTUALISIERT KLASSISCHE BESTSELLER“
gratzelt der Schauspieler Thomas Franke einigen Erzählungen nach, die zu hören im Umgang mit Fliegen und Spinnen äußerst hilfreich sein können. In das Zentrum dieses Themas stellt er also die Erzählung jenes ominösen ehemaligen Bonner Corpsstudenten und späteren Schrifttellers Hanns Heinz Ewers (1871 – 1943) „Die Spinne“. Dahinzu fügt er Erckmann-Chatrians (19. Jahrhundert) Erzählung „Die Krabenspinne“, des Argentiniers Adolfo Bioy Casares (1914 - 1999) „Fliegen und Spinnen“ sowie, sollte noch Zeit sein, weitere ergötzliche Beobachtungen…
Lesung in der Reihe „SEITEN-SPRUNG – FRANKE INTERTEXTUALISIERT KLASSISCHE BESTSELLER“
Generalanzeiger Bonn, 17.08.2010
Von Elisabeth Einecke-Klövekorn
in seiner neuen Reihe "Seiten-Sprung" geht der Schauspieler und Literaturkenner Thomas Franke im Theater "Die Pathologie" auf intertextuelle Spurensuche. Nicht mit dem Handwerkszeug der Literaturwissenschaft, sondern mit der spielerischen Methode der assoziativen Textverflechtung. Das ist wörtlich zu nehmen: Text als Gewebe, in dessen fest gezurrte Fäden Seitenstränge eingeschossen werden und fantastische Muster ergeben.
Franke als sein eigener Conferencier schlägt nach auf seinem wohlgefüllten Büchertisch, sucht bei den phonetischen Exkursen über die artikulatorischen Fähigkeiten des Affen Yzur nach Erläuterungen, landet über "Akademie" und "Tierversuche" irgendwann bei dem Stichwort "Verwirrungen" und tranchiert authentische Zitate, bis die Bedeutung der Sätze nahtlos ins Absurde kippt. Die alphabetische Ordnung wird dabei zum universalen Witz, die Fallstricke der Sprache werden hinterhältig und wortgewaltig eingewoben in scheinbar Vernünftiges.
"Herbstlied"
von Rainer Maria Rilke
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und hin und her durch die Alleen unruhig wandern
Wenn die Blätter treiben.
Christoph Pfeiffer liest aus "Herbstlied".
"John Barleycorn - Memoiren eines Trinkers" von Jack London

Jack London (links) begleitet von JOHN BARLEYCORN
FÜR UNS
DIE WIR DIESEN TEXT
GEMEINSAM
ERARBEITEN WERDEN
Jack London war Alkoholiker.
All seine Distanzierungsversuche in seiner „Beichte“ sind durchschaubar.
Sie sind von John Barleycorn diktiert, der seine Macht nicht verlieren will.
Für den Eingeweihten, der zwischen den Zeilen zu lesen versteht, ist es
keine Kunst das zu erkennen. Dieser Eingeweihte ist der Alkoholiker, der Adept,
der jahrzehntelange Freund von John Barleycorn, von „König Alkohol“.
Also haben wir es mit einem „Kryptoskript“ zu tun. Mit einer Schrift,
die nur die verstehen, die die Weihen empfangen haben. Jack sagt es ja selbst.
Alle anderen denken, sie lesen die ehrliche Biografie eines berühmten,
trinkenden Schriftstellers. Sie können die tiefen Mysterien des Besoffenseins,
der Abhängigkeit und der Lüge nicht verstehen. Es ist als ob sie vor
einem Aquarium stünden, in dem ein exotischer Fisch schwimmt.Ich weiß
es besser. Und ich weiß auch, dass ich nicht allein damit bin.
Also werden wir in unserer Arbeit die Lügen von Jack aufdecken müssen.
Er wird am Ende nicht aufrecht auf beiden Beinen stehen. Er wird den Teufel
tun und „kontrolliert trinken“. Er wird innerhalb der Stunde, die
uns zur Verfügung steht, mehr Whiskey in sich hineinschütten als ein
Pinzgauer Brauereipferd in drei Wochen vertragen kann. Er wird am Ende umfallen
und auf allen Vieren nach Hause kriechen – im Gegensatz zu all seinen
Behauptungen.Nur so werden wir den Zuschauern die kryptische Lüge in diesem
Text nahebringen können. Nur so werden wir den Menschen etwas über
Jack erzählen können – genialische Höhenflüge, eine
Ausnahmebegabung, ein Kraftmensch in jeder Beziehung – der all das nur
sein konnte, weil er John Barleycorn als einzigen Freund hatte.
Verstehen werden es – wenn wir gut sind – hoffentlich die meisten.
Begreifen werden es nur die, die zu unserer Zunft gehören. Pardon: Zu Jacks
Zunft. Zu meiner. Zu den Adepten. Das werden auch die sein, die die Musik wiedererkennen
und wissen, was die in diesem Zusammenhang erzählt. Alle Zuschauer aber
sollten am Ende unserer Vorstellung wissen, dass die Frage, ob Jack sich umgebracht
hat, beantwortet ist. Er hat sich umgebracht. Er musste nicht wie Hemingway
zur Flinte greifen, so alt ist er nicht geworden. Sein Körper hat nach
40 Jahren den Betrieb eingestellt.
John Barleycorn gewinnt immer.
Neu übersetzt , für die Bühne bearbeitet und inszeniert von
Christoph Pfeiffer.
Personen: Jack London, der Autor: Guido Grollmann
Barley, die Barfrau: Ruth Schiefenbusch
Premiere: Aschermittwoch, 17. Februar 2010
"Antilopen" von Henning Mankell

Schauplatz dieses Dramas des weltberühmten
Kriminalautors und Theatermachers Henning Mankell ist ein Land in Afrika. Ein
Ehepaar, beide sind Entwicklungshelfer, wartet nach vierzehn Jahren Jahren in
der Fremde auf seine Ablösung. Die gespannte Atmosphäre wird zur Abrechnung
mit dem jeweils erreichten und dem Anderen. Schließlich erscheint Lundin,
der Nachfolger... „Antilopen“ ist eine Auseinandersetzung mit der
Angst vor dem Fremden und der Arroganz des Westens.
"Die Hauptpersonen des Stücks sind die Schwarzen. Aber die sind nicht
zu sehen." Henning Mankell
Inszenierung: Reinar Ortmann
Premiere: April 2009
"DIE NACHT VOR WEIHNACHTEN" von Nikolai Gogol

Der Schmied Wakula liebt Oxana,die einen phantastischen
Weihnachtswunsch hat:
Sie will nämlich so prächtige Schuhe besitzen wie die Zarin sie hat.Um
ihr diesen Wunsch zu erfüllen,muss sich Wakula mit dem Teufel einlassenund
nur die bevorstehende Weihnacht kann seine Seele retten
Das Frühwerk des Dichters Nikolai Gogol ist eine sprühende Mischung
aus Märchen, Abenteuer und Satire.
Mit: Maren Pfeiffer & Thomas Franke
Einrichtung: Reinar Ortmann
„DER GEIST DES BÖSEN“ von Edgar Allan Poe

Der Geist des Bösen ist ein Hauptthema der Werke des amerikanischen
Dichters Edgar Allan Poe (1809- 1849).
Ist das Böse ein Grundprinzip menschlicher Existenz, der niemand ausweichen
kann?
Die Inszenierung verschmelzt mehrere Erzählungen Poes, darunter „Das
verräterische Herz“ und „Der Mann der Menge“
und eröffnet zwei Perspektiven auf das sogenannte Böse: Die des Täters
und die des Beobachters.
Es spielt: Thomas Franke
Fassung und Regie: Reinar Ortmann
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Der englische Schriftsteller Nick Hornby, geboren 1957 in Redhill, ist mit seinen Romanen „Fever Pitch“, „High Fidelity“ und „About a Boy“ berühmt geworden. Sein Monolog „Nipplejesus“ ist eine herrlich skurrile Auseinandersetzung mit Moderner Kunst und ihrer Rezeption. Mit unvergleichlich englischem Humor lässt er zwei Welten aufeinanderprallen: Ein Underdog verirrt sich in die Welt des schönen Scheins und versteht am Ende bitter enttäuscht die Welt nicht mehr.
Es spielt:: Guido Grollman
Regie: Christoph Pfeiffer
Der Text wurde entnommen aus SPEAKING WITH THE ANGEL, hrsg. von
Nick Hornby, 2001 by Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln.
Erlöse aus dem Verkauf des Buches und der Theateraufführung
gehen an den Treehouse Trust, London, einer Stifung zur Förderung
autistischer Kinder, deren Mitbegründer Nick Hornby ist.
www.treehouse.org.uk
Das Stück "Nippeljesus steht zur Zeit an folgenden deutschen Theatern auf dem Spielplan: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Staatstheater Oldenburg, Schauburg München, Staatstheater Stuttgart, Schauspiel Essen, Staatstheater Hannover.
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20.00 Uhr - 20.30 Uhr: ein Auszug aus "Nachwehen"
von Mike Bartlett - ein britischer Spionagethriller auf die satirische Spitze getrieben mit Maren Pfeiffer und Helga Bakowski, Regie Uli Harz
21.00 Uhr - 21.30 Uhr: ein Auszug aus "John Barleycorn - Memoiren eines Trinkers "
nach Jack Londons "König Alkohol" mit Ruth Schiefenbusch und Guido Grollmann, Regie Christoph Pfeiffer
22.00 Uhr - 22.30 Uhr: „Omeltte Surprise“ “
– wir präsentieren die Highlights der nächsten Spielzeit mit
Maren Pfeiffer und Christoph Pfeiffer
23.00 Uhr - 23.30 Uhr: „Stilblütiges“ „Die Gedeuchte“ von und mit Thomas Franke

"Großmama packt aus" von Irene Dische

Die Familiensaga der Rothers und Disches: eigentlich ist es ja eine Geschichte
von starken Frauen – die eigenwillige Großmutter, ihre Tochter Renate
und die abenteuerlustige Enkelin Irene: es ist eine vitale „Frauenbande“,
die diesen deutsch-jüdischen Familienclan aus Oberschlesien beherrscht.
Energisch und keinen Widerspruch duldend regiert Großmama mit Liebe und
bürgerlichem Dünkel, fromm und fröhlich ihr kleines Reich. Gerne
würden sie ja die Männer machen lassen, wenn die es nur könnten,
aber, ach, die Männer sind schwach.
Eine freche und lebenskluge Familengeschichte in einer szenischen Lesung mit Ursula Michelis und Maren Pfeiffer

Mit: Aydin Isik
Regie: Vedat Erincin
Der in Deutschland illegal lebender Rosenverkäufer Sad erzählt in
einem großen Monolog von sich und seinem Land, aus dem er kommt.
Mal sensibel, mal vom Hass seiner rassistischen Mitmenschen geprägt, mal
gewitzt und redefreudig, und manchmal gar selbst mit rassistischen Ideen um
sich schleudernd, präsentiert Sad die Geschichte seines Lebens und seines
Umfelds. Voller Poesie, aber trotzdem immer wieder verletzend und provozierend
direkt beschreibt er sein nicht verdientes Leben in Deutschland und seine Erfahrungen
mit Fremdheit und Verachtung. Der Hass der Inländer ist so sehr in ihm
Fleisch geworden, dass er ihn gegen sich selbst kehrt.
Demütig macht er sich und seinesgleichen zum Sündenbock und eignet
sich dazu noch die adsurdesten Vorurteile an. Unmissverständlich lässt
er spüren, wer die wahren Schuldigen sind.
"Dreck" beleuchtet den Ausländerhass und die Fremdenfeindlichkeit
aus einer besonderen Perspektive – voller emotional geprägten Ansichten
eines Ausländers über das Leben in Deutschland.
Presse:
Sendenhorst / Die Glocke 12.03.07
Der Hauptdarsteller Aydin Isik schafft es nach kurzer Zeit das Publikum in
seiner Geschichte leben zu lassen. Das Stück lebt förmlich von den
Stimmungswechseln, die Isik auf die Bühne bringt. Von der absoluten Ruhe
bis hin zu aufbrausenden Emotionen haben die Zuhörer im alles erleben können,
was die hohe Kunst des Schauspiels zu bieten hat. Minutenlanges Schweigen bringt
die Betroffenheit des Publikums deutlich zum Ausdruck und unterstreicht die
schauspielerische Leistung von Aydin Isik aus Köln.
„Dreck“ hat die Zuschauer auf interessante Weise für ein schwieriges
Thema sensibilisiert.“
Neue Westfälische Zeitung 12.03.07
Intensität geht unter die Haut
„Nach Diskutieren in großer Runde war den meisten Zuschauern nach
dem 70-minütigen Traktat nicht zumute. Schon eher nach einem persönlichen
Gespräch mit Aydin Isik. Der Schauspieler vom „Arkadas Theater“
Köln hatte den Rosenverkäufer Sad mit einer Intensität gespielt,
die unter die Haut ging.
Dieses Stück hat der österreichische Autor Robert Schneider („Schlafes
Bruder“) bereits 1993 nach dem ersten Golfkrieg geschrieben. Vieles, was
Schneider seinen Saddam sagen lässt, scheint noch aktueller geworden zu
sein.
Zu der Suada, in sich der Rosenverkäufer hineinsteigert, passt das Bühnenbild
einer zwar gemütlichen Wohnung, in der der Iraker aber in ständiger
Furcht vor den deutschen Behörden lebt und in der die Spiegel Leben und
die Außenwelt vorspiegeln.
Das Publikum reagierte mit verstörendem Schweigen, vielleicht weil der
Blick in den vorhaltenden Spiegel doch das Maß des Erträglichen gelegentlich
überschritt.“
"April, April"
Sie werden schon sehen, wo Sie hinkommen...
Sie werden von uns auf eine literarische Vergnügungsreise geschickt, veralbert von Maren Pfeiffer, Thomas Franke, Guido Grollmann und Christoph Pfeiffer, inklusive einer April-Bowle ---"April, April"!

Voller Überraschungen steckt der deutsch-italienische Alltag von Luciana
Caglioti.
Da kann es schon Mal passieren, dass sich eine kleine Parkbank in eine italienische
Speisekarte verirrt oder dass ein deutscher Tränensack-Detektiv das Herz
ihrer
Mutter in Italien erobert. Als sie auf einer Party zermatschte Pasta auf den
Teller bekommt, reicht es ihr. Sie rennt schnell nach Hause und tröstet
sich mit einem Risotto all’italiana. Während sie das Essen vorbereitet,
verrät sie alle möglichen deutsch-italienischen Geheimnisse. Zum Beispiel,
dass Toilettenpapier und bügelnde Frauen durchaus ihren
Platz in einem italienischen Liebeslied haben und dass deutsche Socken zur Luftreinigung
beitragen können.
Seit Jahren erzählt die in Köln lebende italienische Journalistin
Luciana Caglioti
in ihrer Rubrik „Caro diario – Das Tagebuch einer Italienerin in
Deutschland“ im WDR-Funkhaus Europa ihre Alltagserfahrungen. „Risotto
all’italiana“ ist das Theaterstück dazu.
Szenische Einrichtung: Anita Ferraris
Wiederaufnahmen
„RINGELNATZENS KUTTEL DADDELDU“
Maren Pfeiffer und Christoph Pfeiffer präsentieren Heiteres, Besinnliches,
Ironisches
und Frivoles des berühmten Dichters und Kabarettisten Joachim Ringelnatz.
„Und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips. Und da war es aus Gips.“